# 21 Dem Narzissenduft auf der Spur

Shownotes

Sie gelten als Frühlingsboten und werden oft als Osterglocken bezeichnet: Narzissen! Ihr intensiver Duft macht sie zu spannenden Forschungsobjekten. Warum genau und was ein Wissenschaftler der Universität Bonn über die Blütenduftstoffe von Narzissen herausgefunden hat, das erfahrt ihr in dieser Folge.

Das Interview lief bei radio x im Rahmen der Sendung WISSENschaffen im März und April 2026 (www.radiox.de).

Website: https://wissenschaffen.at/ E-Mail: wissenschaffen@nadinezeidler.de

Musik: www.pixabay.com/Stockaudios

Transkript anzeigen

00:00:05: Ihr hört im Podcast Wissenschaften mit Nadine Zeitlar.

00:00:08: schön, dass ihr dabei seid.

00:00:09: Hier geht es um Wissenschaftskommunikation und spannende Themen, die mich interessieren und begeistern.

00:00:15: Die Interviews sind teilweise Mitschnitte aus meinen Live-Radiosendungen

00:00:18: oder fanden im Rahmen anderer Audiobeiträge

00:00:20: statt.

00:00:21: Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören!

00:00:35: Die Narzissen gehören zu den ersten Booten des Frühlings, die sind sogenannte Frühblür.

00:00:50: Doch was wissen wir eigentlich über diese Pflanze?

00:00:52: Die für

00:00:53: viele sicherlich

00:00:53: einfach nur eine Osterglocke ist?

00:00:56: und was macht sich für die Forschung so spannend?

00:00:59: Narzissen sind sogenannte Geofüten, sie speichern Nährstoffe in ihrer Zwiebel.

00:01:05: Das bedeutet während andere Pflanzen noch Energie sammeln müssen haben Narzisen sozusagen ihr Staatkapital bereits unter der Erde und sobald Temperatur- und Tageslänge stimmen, treiben sie dann ganz schnell aus.

00:01:18: Geofüten das klingt erstmal technisch meint aber im Grunde Pflanzen mit unterirdischen Speicherorganen.

00:01:25: Die Zwiebel funktioniert wie ein biologischer Energiespeicher.

00:01:28: Bereits im Vorjahr legt die Pflanze darin die komplette Blütenanlage an, also das kriegen wir alles gar nicht mit findet unter der Erde statt und dann sind sie wie gesagt plötzlich da die Nazissen.

00:01:39: Wer Nazissen kennt, der weiß dass sie sehr intensiv duften.

00:01:44: Meine Mama zum Beispiel

00:01:45: als ich letztes Wochen eine zu Besuch war hat den Strauß-Nazissen auf dem Balkon gestellt weil er einfach zu intensiv in der Wohnung duftet.

00:01:52: Das finde ich auch im Hürz hinten sind ja auch extrem duftende Pflanzen und genau das macht Nazissen für die Forschung interessant ihre Duftstoffe nämlich.

00:02:03: Der Wissenschaftler Florian Losch erforscht beispielsweise den Duft von Narzissen.

00:02:08: Das fand ich so spannend, dass ich ihn dazu interviewte.

00:02:11: Er ist Dr.

00:02:12: Rand am Nies-Institut

00:02:13: für

00:02:14: Biodiversität der Pflanzen der Universität Bonn und kommt aus dem Bereich der chemischen Biologie.

00:02:20: Ich habe mit Florian Loosch über seine Narzissenduftforschung gesprochen.

00:02:24: Und in den ersten Teil des Interviews hören wir jetzt gemeinsam rein!

00:02:29: Hallo Herr Losch!

00:02:30: Guten Tag Frau Zeitler.

00:02:31: Sie promovieren

00:02:32: über Duftstoffe,

00:02:33: die

00:02:33: von Pflanzen an

00:02:34: die Umgebungsluft abgegeben werden und haben Blütenstoffe von Narzissen analysiert.

00:02:40: Für mich würde ich jetzt einfach mal sagen duften Narzissens sehr intensiv und auch relativ gleich.

00:02:45: doch sie haben gravierende Unterschiede zwischen den Arten festgestellt.

00:02:48: was haben sie herausgefunden?

00:02:50: Genau also bei den Narzisen sind tatsächlich sehr stark duftende Pflanzen und das gilt aber nicht für alle Arten.

00:02:57: Also Narzissen, wenn wir uns jetzt hier betrachten dann denken wir meistens an diese Trompetenarzissen die jetzt gerade im März sieht man ja wirklich überall stehen.

00:03:07: Aber es gibt noch viel mehr Arten die sich auch optisch deutlich unterscheiden können.

00:03:11: Und was wir herausgefunden haben ist dass es eben Arten gibt die sehr stark duften, aber auch Arten gibt.

00:03:17: Die weniger stark dufteten und was sehr interessant war das eigentlich keine Art, die gleichen Kombinationen an Stoffen abgeben.

00:03:25: Das heißt jede Art konnte dann anhand der einzigartigen Duftstoffmuster unterschieden werden zumindest für die Arten, die wir uns in dem Bereich angeguckt haben.

00:03:35: Und wie viele Arten gibts überhaupt?

00:03:38: Wie viel haben sie denn davon untersucht?

00:03:40: Also... Je nachdem, wie man fragt, wird man da wahrscheinlich andere Aussagen bekommen.

00:03:44: Es ist bei den Nazisten tatsächlich so, dass die Taxonomie also die Einordnung der Arten nicht ganz sattelfest ist.

00:03:52: D.h.,

00:03:52: es wird noch gestritten, ist das eine Art?

00:03:54: Ist das eine Unterart?

00:03:56: Meistens wird man sowas wie fünfunddreißig bis siebzig Arten lesen.

00:04:00: Im Teil der Veröffentlichung haben wir uns zwanzig unterschiedliche Arten anguckt.

00:04:03: Der erste Untersuchungen ... Wir haben das jetzt aber nochmal ausgeweitet und haben jetzt Fünfzig verschiedene Arten- und Unterarten.

00:04:10: Nicht reiner, sondern auch unterarten oder Variationen von einzelnen Narzissen hatten wir uns angefangen.

00:04:15: Und die sind alle im Botanischen Garten der Uni Bonn kultiviert?

00:04:19: Ja genau ein Großteil war initial schon in den Botanische Gärten der Universität Bonn Kultivieren aber es gibt dann noch einen.

00:04:25: Gärtner hatte eine sehr große Privatsammlung mit Wildherrkünften Und die hat er jetzt auch aufgegeben, weil es zu Zeitintensiv wurde und stellt sich jetzt auch nach und nach der Universität Bonn bzw.

00:04:37: den Botanschen Gärten zur Verfügung.

00:04:39: Das freut mich natürlich sehr, weil ich diese Arten dann auch in meinen Sampling aufnehmen

00:04:42: kann.".

00:04:43: Ja das glaube ich ein großer Glücksfall!

00:04:45: Wie kam es dazu dass sie sich gerade Narzissen als Versuchsobjekte ausgesucht haben?

00:04:49: Einfach weil Sie auch so intensiv riechen wie wir eingangs gesagt haben?

00:04:53: Das war tatsächlich ein Grund.

00:04:54: Es waren tatsächlich sehr praktische Gründe, wir wollten eine Methode etablieren mit der wir die Duftstoffmuster relativ schnell aufzeichnen können und als wir alles fertig hatten.

00:05:02: es war so Mitte September Ende September das heißt die Hauptblühperiode für unsere gemäßigten Pflanzen ist eigentlich vorbei.

00:05:10: Aber die Narzissen fangen zu diesem Zeitpunkt an und sind zufälligerweise auch eine sehr stark duftende Gattung an Pflanzen.

00:05:17: Deswegen hat das zeitlich einfach perfekt gepasst, und da die Botanischen Gärten dann noch so ein großer Ausfall an verschiedenen Arten hatten, dachten wir, dass wird dann die Art, die wir uns erst mal angucken.

00:05:26: Wunderbar!

00:05:27: Ich wusste gar nicht, dass es im Botanische Garten so viele Narzissenarten gibt...

00:05:32: Die meisten sind auch nicht im Gelände ausgeplant, sondern es gibt ein Geofütenhaus.

00:05:37: Weil die kommen ja hauptsächlich aus Spanien, Portugal und Marokko.

00:05:40: Das heißt sie mögen's schon bisschen ... Nicht ganz so kalt!

00:05:43: Deswegen sind die meistens in diesem Haus ausgestellt.

00:05:46: Zurzeit kann man da auch einige Arten noch begutachten.

00:05:49: Also die werden jetzt bis Ende April immer noch Arten nachkommen.

00:05:53: Die werden dann auch in diesem Geofütenhaus ausgestellt werden.

00:05:56: Okay, gut zu wissen.

00:05:57: Wenn der eine oder andere nochmal einen Ausdruck machen möchte ... Jetzt ist noch Gelegenheit in Assisten zu bewundern!

00:06:03: Ja und sie entnehmen ja dann auch Duffproben aus den Blüten?

00:06:07: Wie kann man sich das vorstellen?

00:06:08: Wie machen Sie

00:06:08: das?!

00:06:09: Ja, wir nutzen dazu analytische Methoden und das ist eigentlich... es ist ein grauer Kasten.

00:06:14: Und in diesem grauen Kasten da ist ein Ion-Mobilitätsspektrometer drin und so eine vorgeschallte Gaschromatographie und aus dem Bereich von der Blüte saugen wir durch so einen kleinen Schlauch muss man sich jetzt vorstellen, saugen wie ein definiertes Volumen an Luft.

00:06:29: Und in diesem Luftvolumen sind dann auch die Duftstoffe, der Schlauch ist tatsächlich diesen aus Teflon damit diese Duftstoffe nicht daran haften bleiben können sich wie bei einer Pfanne vorstellen weil nach Teflons Pfanne da bleibt nichts an der Oberfläche.

00:06:41: genau so ist das mit dem schlauch auch.

00:06:42: das heißt diese Substanzen bleiben nicht daran kleben sondern werden weitergeleitet in dieses Gerät wo sie dann aufgetrennt und dann detektiert werden.

00:06:51: genau so muss man sich das ungefähr.

00:06:55: man könnte jetzt doch mal das so ein bisschen ausführlicher sagen.

00:06:57: Also, man hat ja eine Mixtur von ganz vielen Substanzen.

00:07:00: Wenn man die jetzt alle gleichzeitig anguckt, dann wäre das sehr chaotisch.

00:07:03: Das heißt, man sortiert sie quasi vorher erst einmal nach Größe und auch nach chemischen Eigenschaften.

00:07:08: Und so kriegt man dann aufgetrennte Bilder und kann die dann identifizieren und eventuell Aussagen übertreffen wie viel von der Substanz vorkommt.

00:07:17: Gibt es da einen Minimum an Proben, die Sie da nehmen müssen oder in Duftstoffe?

00:07:21: Damit das überhaupt funktioniert?

00:07:23: Ionen-Mobilitätsspektrometrie ist tatsächlich sehr sensitiv.

00:07:27: Wir haben davor noch eine vorgeschaltete Vorkonzentration und da reden wir davon, dass wir wirklich im Parts für Billionen, also Teile pro Milliarde, also ein Molekül in einer Milliarde Luftmoleküle.

00:07:40: das ist ungefähr das was wir detektieren können.

00:07:43: Das kann man sich bildlich ungefähr vorstellen.

00:07:45: es ist einen Zuckerwürfel in einem riesigen Lkw gefüllt mit Wasser sehr geringe Mengen, die schon ausreichen, dass wir das detektieren können.

00:07:54: Natürlich wenn es da drunter geht irgendwann kommt man dann in den Bereich ist vielleicht noch was da aber es reicht einfach nicht aus um es noch zu sehen.

00:08:01: Das kann natürlich passieren.

00:08:02: Okay aber im Botanischen Garten gab's da genug Natschisten wo sie dann immer nochmal auswählen konnten, dass sie dann auch ihre gewünschte Probe haben.

00:08:10: Einziel ihrer Arbeit ist es ja auch ein Gerät für die automatisierte Erfassung von Duftproben zu entwickeln.

00:08:16: Da haben Sie gerade schon mal ein paar Sätze so gesagt, wie kann man sich das vorstellen?

00:08:21: Haben sie dann Prototypen?

00:08:22: Wie funktioniert das?

00:08:24: Das sind noch Prototypene, die werden entwickelt von der Ion Gas GmbH in Dortmund mit der wir sehr eng zusammenarbeiten in dem Projekt.

00:08:31: und die Idee ist normalerweise hat man eine räumliche Trennung weil Duftstoffe meistens in sehr geringen Konzentration vorkommen müssen wir meistens erst einmal aufkonzentrieren, dass man genug davon hat.

00:08:42: Dass man es sieht und das läuft meistens separat von den späteren analysischen Ritten ab.

00:08:48: also normalerweise nutzt man Gaskomatografie- und Mastspektrometrie dafür und das heißt man macht erst sammelt man Proben konzentriert die auf und dann geht man ins Labor und dann analysiert man sie da.

00:08:58: Und was wir jetzt bei unserem Gerät haben ist, dass wir eine eingebaute vorgeschaltete Aufkonzentration in dem Gerät hatten.

00:09:05: Das heißt wir nehmen die Probe Die wird über so ein klein Chip Also wie so ein kleiner Chip, der ist gefüllt mit Azorbensmaterialien also Aktivkohle.

00:09:14: Das funktioniert wie ein Schwamm.

00:09:17: Der Luftschirm wird da drüber geleitet die Moleküle binden an diese Kohle und anschließend kann man diese wieder freisetzen indem man diesen Chip erhitzt auf ungefähr drei Hundert Grad Celsius.

00:09:27: dadurch werden die Substanzen dann wieder freigesetzt und können dann analysiert werden.

00:09:31: Und wir haben das jetzt beides in einem Gerät.

00:09:35: Wir können da ohne die räumliche Trennung direkt die Proben nehmen, aufkonzentrieren und anschließend analysieren.

00:09:42: Und dann kriegt man so schöne Muster raus.

00:09:44: Also das sind quasi fast eine Zeit mit so einer Darstellung.

00:09:47: Da sind dann so leuchtende Punkte und jeder leuchtenden Punkt steht für eine Substanz und die Position dieser Substanz oder diese Position des Punktes ist substanzspezifisch.

00:09:57: Das heißt wenn man die Substanz kennt, kann man auch sagen Das ist Substanz X oder Substanz Y. Genau, so kann man das dann automatisieren und auch sehr geringe Mengen noch nachweiten.

00:10:07: Natürlich bei den Narzissen ... Wir können automatisiert fünf Proben hintereinander nehmen aber wenn man eine andere Art sich angenehm möchte, Pflanzen sind jetzt nicht so mobil, da muss man dann noch nachhelfen und die neue Pflanze bereitstellen, was der dann die Probe nimmt.

00:10:21: Und untersuchen Sie auch andere Duftstoffe von Pflanzen im Rahmen Ihrer Promotion?

00:10:26: Oder sind es nur die Narzissens aktuell?

00:10:28: Also, Narzissen sind ein großer Teil.

00:10:29: Es gibt auch wie schon erwähnt relativ viele verschiedene Arten und Unterarten.

00:10:33: Ich hatte jetzt hatten wir noch angefangen uns auch eine andere Frühjahrsblühende Pflanze anzugucken das sind die Traubenhörzinnen oder Muskari Wo ein Kollege viel an der Taxonomie geforscht hat.

00:10:44: Und weil wir das jetzt bei den Narzissens so entdeckt haben Dacht mir kommen gucken wir mal ob das beim muskari ähnlich aussieht kleinere Sampling für mich.

00:10:53: Aber trotzdem guckt man sich da ein paar Arten an.

00:10:56: und dann gibt es noch einen zweiten Teil, das ist ein bisschen komplexer.

00:11:00: Da wollen wir eigentlich quasi so eine Art Langzeitüberwachung von pflanzlichen Duftstoffen machen.

00:11:06: Das machen wir im Melbgarten.

00:11:08: Das ist so ein Außenbereich der Botanischen Gärten.

00:11:10: Der Öffentlichkeit auch leider bis auf einen Tag im Jahr nicht zugänglich.

00:11:15: Und was wir da machen, ist dass über das ganze Jahr Duftstoffproben eben diese Automatisierung Und da wollen wir uns dann angucken, wie verhält sich das im Laufe des Jahres.

00:11:25: Also wann wird man da sehen?

00:11:27: Wird viel abgegeben?

00:11:28: was können wir identifizieren an Stoffen die da abgegeben werden und ja reagieren?

00:11:36: zum Beispiel so Fragestellungen werden in Regienpflanzen wenn es jetzt trockener wird im Rahmen des Klimawandels.

00:11:41: Im Regien pflanzen dadurch dass sie vielleicht weniger Stoffe oder mehr Stoff oder andere Stoff abgehen.

00:11:45: Wir wissen's noch nicht aber das sind Die langfristigen Ziele, die wir uns aus solchen Messungen erhoffen.

00:11:54: Was Sie gerade beim Thema Wandel gesagt haben gibt es da eine Tendenz, dass wenn das trockener wird, dass die Pflanzen weniger Duftstoffe abgeben?

00:12:01: oder sind das reine Hypothesen aktuell?

00:12:06: Also es gibt viele Untersuchungen dazu.

00:12:08: Das Problem ist, da stehen sich dann verschiedene Faktoren gegenüber.

00:12:11: So grundsätzlich, je wärmer es wird, desto mehr Duftstoffe geben Pflanzen auch ab was tatsächlich eine große Kohlenstoffquelle sein kann und das sind ja meistens Kohlenstoffverbindungen die die Pflanzen abgeben, die in der Luft wieder zu CO² abgebaut werden würden.

00:12:28: D.h.

00:12:28: Pflanzen nehmen nicht nur CO² auf sie geben jede Menge CO².

00:12:32: Es ist aber eigentlich ein Kreislauf.

00:12:34: Wenn es wärmer wird, tendieren Pflanzen dazu mehr abzugeben.

00:12:37: Wenn's trocken ist, ist das eher so dass sie weniger abgeben.

00:12:41: weil sind dann so Stresssituationen wo dann Pflanzen da zu neigen weniger weniger Stoffe abzugehen genau.

00:12:48: Aber es gibt ja noch unzählige Faktoren die da rein spielen also Luftfeuchtigkeit und Nährstoffverfügbarkeit für Pflanzen CO-Zweigehalt in der Luft alles kann die Emission von Pflanzen beeinflussen Und wir hoffen, dass wir da vielleicht Korrelationen entdecken können und dann vielleicht auch irgendwann Kausalitäten ableiten können.

00:13:06: Also gibt es noch viel zu erforschen in dem Bereich?

00:13:09: Ja die Narzissen sind ein spannendes Objekt für die pharmazeutische Forschung.

00:13:14: hier sind besonders die Giftstoffe von Narzissens interessant denn Narzisen sind giftig.

00:13:19: doch warum produziert die Pflanze solche Stoffe eigentlich?

00:13:23: Die Pflanze bildet sogenannte Alkaloide.

00:13:25: Diese chemische Verbindung schützen sie vor Fressfeinden, besonders bekannt ist das Alkaloid Galantamin, dass sogar medizinisch genutzt wird.

00:13:35: Tatsächlich wird Galantamin heute unter anderem in der Alzheimertherapie eingesetzt.

00:13:40: Die Narzisse ist also nicht nur Symbolpflanzer des Frühlings sondern auch ein spannendes Objekt für den naturwissenschaftliche und medizinische Forschung.

00:13:49: Wir haben jetzt schon viel über Narzissen und die Forschungsarbeit von Florian Loscher erfahren, der Narzissendüfte untersucht.

00:13:55: Jetzt verrät er uns, was ihn bei seiner Arbeit motiviert und welche Pflanze es ihm besonders angetan hat?

00:14:01: Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit?

00:14:04: Ich höre ganz die Leidenschaft raus auch für die Pflanzen.

00:14:07: Was ist Ihre Motivation?

00:14:09: Also ich hab wirklich Spaß an Analytik und solchen Spurenanalytiken.

00:14:14: Es ist immer schwer zu beschreiben, warum man das spannend findet oder dass Ja, das ist so Rätselösen.

00:14:20: Gerade am Anfang als die Technik neu ist man weiß noch nicht was da drin ist und muss langsam herausfinden, was ist das?

00:14:25: Und kann sich es ein bisschen wie so ein So-Doku vorstellen.

00:14:28: Das ist so ein bisschen Rätsellösen!

00:14:30: Die große Motivation ist natürlich wenn man jetzt sich die großen Krisen unserer Zeit anguckt, dass auf der einen Seite natürlich der Klimawandel den wir kennen aber es ist natürlich auch ein Biodiversitätsverlust.

00:14:46: Meine Motivation, ich möchte in diesem Bereich der Umweltanalytik inhalen.

00:14:51: Das war so der Hintergrund der Sache und schön ist wenn man sich dann auch mal so Pflanzen wie Narzissen einfach anguckt kann wo es jetzt nicht direkt um Biodiversität geht.

00:14:58: aber das ist einfach super spannend das zu sehen wie die sich unterscheiden und dass werden dann zukünftige Fragen sein warum sie sich denn so unterscheiten.

00:15:08: hat das vielleicht mit anderen Bestäubern zu tun oder Anpassungen an bestäuber pflanzen interaktion genau?

00:15:15: Wir haben jetzt viele über Narzissen gesprochen logischerweise, weil das auch im Forschungsgebiet oder im Forschungsobjekt gerade ist.

00:15:21: Gibt es eine Pflanze die Sie persönlich besonders gerne mögen?

00:15:25: Haben sie eine Lieblingspflanze?

00:15:26: Ich muss ja jetzt sagen ich bin ein bisschen freugnommen und habe viel mit Narzissens gearbeitet.

00:15:30: Und ich muss sagen, ich hätte diese Pflanzen niemals kennengelernt wenn ich's nicht getan hätte.

00:15:34: aber es ist eine Narzistenarten, das Narcissus viridifloros um.

00:15:38: die ist super unscheinbar.

00:15:40: also sie ist komplett grün sie hat grüne Blütenblätter Wirklich unscheinbar hat aber einen sehr, ich würde nicht sagen angenehmen Geruch.

00:15:48: Geht schon in die Richtung unangenehmer Geruch?

00:15:50: Aber ich finde diese Pflanze einfach klasse weil sie wirklich so unscheimbar ist.

00:15:54: und dieses komplett grüne.

00:15:56: Kann man dem Moment leider nicht sehen wenn man in den botanischen Gärten ist vielleicht so im November, Oktober-November.

00:16:02: da könnte man die Frage wählen.

00:16:04: Sieht die denn typisch aus wie eine Nazistenbüte die man so kennt?

00:16:07: Überhaupt nicht!

00:16:09: überhaupt nicht.

00:16:10: Ja, was man mit den Narzissen typischerweise kennt sind ja diese Trompeten, dieses gelbe, gelbe Blätter-gelbe Trompeten.

00:16:16: Dann gibt es aber noch solche Reifrock-Narzissen.

00:16:19: Das ist dann wirklich... das ist die Blüte wie so ein Reifrog der unten drin ist und dann sich's wirklich so aufwächert.

00:16:25: Und dann gibt es ganz viele, die sehen eher untypisch für Nazisten aus.

00:16:28: Und darunter fällt auch die... Also gerade Viri de Floris ist extrem typisch allein durch die Farbe und sie hat doch nicht diese typische Trompetenform oder generell... Das heißt passenderweise zu unserer Zeit ja die Corona der Nazisten.

00:16:39: also dieser Trompeter heißt eigentlich Corona und dies ganz wenig ausgeprägt bei dieser Art.

00:16:44: aber ich finde diese grüne Blüten in generell finde ich sehr spannend.

00:16:50: Ja, es ist eher auch atypisch.

00:16:52: Also wir verbinden ja mit Blüten dann immer direkt die Farben, die extremen Farben.

00:16:55: und ja also ich glaube da gibt's noch ganz viel zu entdecken.

00:16:58: Ich wusste nämlich tatsächlich auch gar nicht dass es so viele unterschiedliche Narzissenarten auch gibt Und ganz viele neue Blüte, die man da erkunden kann und auch im botanischen Garten.

00:17:08: Wie viele Arten kann man da entdeckten?

00:17:10: Also ausgepflanzt sind in den botanische Gärten.

00:17:13: zwei Das sind auch so diese zwei Klassischen, die man kennt.

00:17:17: Das ist einmal die Narcissus Pseudonarcissos.

00:17:19: Die kann man in einem Teich an den Botanischen Gärnern, das ist ein Teich und da ist eine kleine Sumpfläche.

00:17:24: Da wachsen die... das sind auch die, die in Deutschland tatsächlich wild vorkommen in der Eifel.

00:17:28: Die sind aus der Eife.

00:17:29: also das sind hier heimische Narzissen.

00:17:31: Die anderen stehen auch irgendwo am Teig, wenn ich mich nicht irre.

00:17:34: Und die anderen sind im Geofütenhaus.

00:17:36: Aber es kommt immer ein bisschen drauf an was ausgestellt wird und was nicht.

00:17:39: Also die Blünen nur so zwei bis drei Wochen.

00:17:41: Alle zwei bis dreie Woche steht da eine neue Art, die gerade am Blünen ist.

00:17:45: Da wird man dann auch, wenn man sich das anguckt, erstaunt sein wie divers die Narzissen auch aussehen können.

00:17:50: Es ist also nicht alles diese Trompetennarzissen sind sondern dass sie schon deutlich unterschiedlich aussehen könnten wobei farblich sind sie meistens weiß oder gelb Das kann man ja schon sagen

00:17:58: oder eben die, die sie gerade genannt haben.

00:18:00: Die dann auch grün ist?

00:18:02: Ja Herr Losch vielen herzlichen Dank für das nette und wirklich sehr interessante Interview!

00:18:05: Und ich wünsche Ihnen noch ganz ganz viel Erfolg mit Ihren Forschungen und vor allem weiterhin soviel Leidenschaft auch für Ihr Thema.

00:18:11: Herzlichen Dank!

00:18:12: Gerne doch!

00:18:14: Ja toll, oder wie viele verschiedene Arten-Nazissen es gibt und was man da alles herausfinden kann, was man erforschen kann an den Nazisten also.

00:18:21: Ich bin ganz begeistert und fand sehr spannend welche wunderbare Ja, Blume die Narzisse letzten Endes ist.

00:18:29: Wie wir im zweiten Teil des Gesprächs bereits erfahren haben gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und den Duftstoffen, denen Narzissen abgeben.

00:18:37: Der Klimawandeln verändert zudem die Blühzeiten der Narzisen.

00:18:40: in vielen Regionen wird beispielsweise eine verfrühte Blüte beobachtet und das kann ökologische Folgen haben etwa wenn Bestäuber noch nicht aktiv sind.

00:18:49: Ja, bei Wissenschaften haben wir uns heute zusammen mit dem Wissenschaftler Florian Loesch auf eine spannende Reise rund um die Narzissen und ihre Düfte begeben.

00:18:57: Eindrucksvoll haben wir erfahren Frühblöer wie Narzissens sind nicht nur ein hübsches Frühlingsmotiv.

00:19:03: Sie sind wichtige Forschungsobjekte, ein chemisches Labor und ein sensibles Klimamessinstrument Und vor allem ein beeindruckendes Beispiel dafür

00:19:11: wie ich finde

00:19:12: Wie viel Wissenschaft in einer einzigen Blume steckt.

00:19:19: Das war Wissenschaften, der Podcast von und mit Nadine Zeitner.

00:19:23: Bis zum nächsten Mal!

00:19:24: Bleibt Wissfigurig.

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